Amphibien und Reptilien im Winter
Amphibien und Reptilien sind wechselwarme Tiere und können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. In der kalten Jahreszeit verfallen sie daher in eine Winterstarre, um Energie zu sparen.
Die meisten Amphibien überwintern in frostfreien Verstecken an Land, etwa in Nagerbauten, Erdlöchern, Wurzelspalten sowie unter Laub-, Holz- oder Steinhaufen. Auch altes Mauerwerk, Keller, Schächte oder Stollen bieten geeignete Winterquartiere. Einige Arten, wie Wasserfrösche sowie vereinzelt Gras- und Springfrösche und manche Molche, überwintern im Wasser am Gewässergrund im Schlamm oder unter Laub. Um Energie zu sparen, reduzieren die Tiere in der Zeit der Starre alle Körperfunktionen auf ein Minimum. Selbst die normale Atmung wird eingestellt: Ihren geringen Sauerstoffbedarf decken die Amphibien ausschließlich über die feinporige Haut. Ihre Körperflüssigkeit reichern die Tiere zum Winter mit Glycerin an, damit die Zellen nicht gefrieren.
Reptilien wie Eidechsen, Schlangen und Blindschleichen überwintern ausschließlich an Land. Sie ziehen sich in tiefe, frostfreie Erdlöcher, Felsspalten, alte Mauern oder Wurzelbereiche zurück, oft auch gemeinsam mit Artgenossen. Die Überwinterungszeit beginnt meist im Oktober oder November und endet je nach Witterung im Februar bis April. Erste Amphibien wie Erdkröte und Grasfrosch erscheinen häufig schon ab Mitte Februar wieder an ihren Laichgewässern. Sobald die Sonne im März rauskommt, sind Kreuzotter und Blindschleiche die ersten Reptilien, die ihr Versteck kurzweilig zum Aufwärmen verlassen.
Wie kann man den Tieren beim Überwintern im eigenen Garten helfen?
Durch einen naturnah gestalteten Garten kann man Amphibien und Reptilien beim Überwintern unterstützen. Laub- und Totholzhaufen, Steinhaufen mit ausreichender Tiefe, unverfugte Trockenmauern sowie der Verzicht auf Pestizide schaffen wertvolle Rückzugsorte. Gartenteiche sollten im Winter nicht vollständig zufrieren, damit auch wasserüberwinternde Amphibien geeignete Bedingungen vorfinden.