Büffelbeweidung im Wrokmoor – Beweidung für den Erhalt eines Moores
Seit Juni 2026 wird die Fläche im Bereich des Wrokmoors von Wasserbüffeln beweidet. Die Büffel sind besonders gut an die dort vorherrschenden feuchten Bedingungen angepasst. Durch ihre breiten Klauen können sie sich auch in sumpfigen Bereichen bewegen, die von herkömmlichen Rinderrassen eher gemieden werden, da sie dort nicht so schnell einsinken. Außerdem kommt es bei herkömmlichen Rindern schneller zu Klauenerkrankungen auf nassen Wiesen, da sie empfindlicher gegenüber Feuchtigkeit und Nässe sind. Zudem grasen Wasserbüffel im Gegensatz zu Rindern auch feuchte Bereiche, Röhrichtbestände und Flachwasserzonen ab. In diesen Beständen verwerten Wasserbüffel auch Futter von geringerer Qualität. Sie fressen sie beispielsweise auch Flatter-Binse (Juncus effusus), Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea) oder Kratzdistel (Cirsium spec.) gerne. Damit eignen Sie sich auch gut, um in stark verbinsten Beständen die Vegetationsdecke zu öffnen.
Das Wrokmoor – Ein besonderes Biotop
Beim Wrokmoor handelt es sich um eine Pingo-Ruine. Im zentralen Bereich des Wrokmoors hat sich während der letzten Eiszeit im Permafrost ein Erdhügel gebildet. Sein Inneres besteht aus einem Eiskern. Beim Abschmelzen des Eises, nach dem Ende der letzten Eiszeit, ist der Erdhügel in sich zusammengefallen und es hat sich eine Vertiefung im Boden gebildet, in der sich Wasser gesammelt hat. Die sogenannte Pingo-Ruine ist entstanden. Durch Verlandungsprozesse konnte ein Moor entstehen.
Warum Wasserbüffel?
Die nassen Standortbedingungen, die im Wrokmoor vorherrschen, stellen besondere Anforderungen an die Bewirtschaftung der Fläche. Große Teile sind auch im Sommer überstaut, so dass ein Befahren mit Maschinen nicht möglich ist. Dementsprechend kann die Fläche nicht als Mähwiese genutzt werden, sondern ist ausschließlich als Weidefläche nutzbar. Aufgrund ihrer angepassten Physiologie können Wasserbüffel im Gegensatz zu herkömmlichen Rindern die gesamte Fläche nutzen. Sie können sogar die stark verbinste Vegetationsdecke öffnen, sodass auch konkurrenzschwächere Arten die Chance haben, sich auf der Fläche zu etablieren. Zusätzlich schaffen die Wasserbüffel durch ihr Verhalten selbst neue Strukturen. Wenn sie sich an besonders feuchten Stellen suhlen, entstehen offene, vegetationsarme Bereiche. Sie übernehmen somit nicht nur die Pflege der Fläche, sondern schaffen auch Strukturvielfalt!