Dauerruferfassung der stark gefährdeten Teichfledermaus in Wilhelmshaven
Die Teichfledermaus (Myotis dasycneme) ist eine in Niedersachsen seltene und stark gefährdete Fledermausart, die wie alle Fledermausarten bei uns streng geschützt ist. Trotzdem ist sie uns manchmal näher als viele es vermuten würden, denn sie zählt zu den sogenannten gebäudebewohnenden Arten. Das heißt, dass sie ihre Wochenstubenquartiere, also die Orte, an denen sie ihre Jungen großzieht, meist in oder an Gebäuden bezieht.
Seit mehreren Jahrzehnten besteht ein solches Quartier an einem Wohngebäude in der Stadt Wilhelmshaven. Es können sich einige Dutzend bis zu mehreren hundert Weibchen in solchen Wochenstubenquartieren versammeln.
Während der Sommermonate hält die Teichfledermaus sich typischerweise in gewässerreichen Tieflandregionen und Flusstälern auf. Dort jagt sie über größeren Stillgewässern und langsam fließenden Flüssen und Kanälen.
Um weitere Erkenntnisse über die Population zu gewinnen, wurden Ende Mai seitens der Naturschutzstiftung Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Wilhelmshaven und dem Fledermausregionalbetreuer Klaus Börgmann Dauerruferfassungsgeräte an dem bekannten Wochenstubenquartier sowie an einem benachbarten Ausweichquartier installiert.
Die Geräte verbleiben mehrere Monate an Ort und Stelle und zeichnen die Rufe der vorbeifliegenden Fledermäuse auf. Der Vorteil der Dauerruferfassungsgeräte ist, dass sie über einen langen Zeitraum Daten sammeln können. Das Ziel ist es, herauszufinden, wie die Quartiere genutzt werden und in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Art und ihre Verhaltensweisen hier vor Ort zu verstehen, um wirksame Maßnahmen zur Förderung der Art zu planen.